Der Champion und sein Herausforderer: gleichauf ganz vorne – wer ist der Bessere?

Magnus Carlsen geht als die Nummer eins der Welt in den WM-Kampf gegen Fabiano Caruana – mit einem hauchdünnen Vorsprung. Nachdem sich der Amerikaner bei der Schacholympiade noch näher an den Norweger herangeschoben hatte, stand für Magnus Carlsen jetzt beim Europacup der Vereine in Griechenland in jeder Partie sein Nummer-eins-Spot zur Debatte. Beinahe hätte er ihn verloren. Gegen den deutschen Nachwuchs-GM Alexander Donchenko konnte sich Carlsen noch recht bequem ins Remis retten, bevor Donchenkos Angriff durchschlug. Aber danach wandelte er sowohl gegen den seit fast 100 Partien unbesiegten Ding Liren („die chinesische Mauer“) sowie gegen Peter Svidler am Abgrund. Carlsen rettete auch diese beiden Partien, bleibt die Nummer

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Vorschau zu Isle of Man und Hoogeveen

Gerade ist der Europacup vorbei, heute (Freitag) ist für eine Reihe Spieler Reisetag und morgen sitzen sie dann schon wieder am Brett – an zwei Schauplätzen nordwestlich von Porto Carras mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Die Isle of Man hat etwa 80.000 Einwohner und ist von Wasser umgeben, Hoogeveen hat etwa 55.000 Einwohner und im Gemeindegebiet immerhin 1.58m2 Wasser. Das Turnier auf der Isle of Man ist hochkarätiger besetzt, wie im Schweizer System üblich anfangs wohl “Pflichtsiege” für Favoriten, während es bei Matches in Hoogeveen direkt zur Sache gehen sollte. Aber ich beginne mal auf der Isle of Man und nenne

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Vorschau zur Olympiade in Batumi

Ab 24. September (bzw. die Eröffnungsfeier ist tags zuvor) trifft sich die Schachwelt in Batumi, Georgien. Und zwar wirklich die ganze Schachwelt, oder jedenfalls ein grosser Teil davon: einige Teams haben Großmeister, teilweise Weltklassespieler, aber die insgesamt 245 GMs verteilen sich ungleichmässig über die 185 Teams – viele haben Spieler mit kleineren oder keinen Schachtiteln, bescheidener bis gar keiner Elozahl. Naturgemäss geht es im Vorbericht vor allem um die Topteams, wobei ich auch die Nummer 16 der Setzliste erwähnen werde und ansatzweise noch ein paar andere Mannschaften. Dann auch ein paar Worte zum Damenturnier. Die ersten zehn der Setzliste sind

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Russische Schachmeisterschaften

Russland ist in der Breite nach wie vor die führende Schachnation – damit sind nationale Meisterschaften auch dann sehr stark besetzt, wenn einige der stärksten Spieler verzichten und nominell relativ “schwache” Spieler sich über das Halbfinale qualifizieren. Die diesjährige Auflage ist vom 25.8.-5.9. in Satka – Chelyabinsk Oblast, Südwestflanke des Ural-Gebirges nahe der Grenze zu Kasachstan. Ohne weitere Vorrede nun die Teilnehmer bei den Herren: Nepomniachtchi, Jakovenko, Vitiugov, Andreikin, Fedoseev, Tomashevsky, Dubov, Inarkiev, Khismatullin, Kobalia, Sarana und Oparin. Es fehlen also Karjakin, Grischuk und Svidler (alle beim Sinquefield Cup, Svidler als Kommentator) sowie Kramnik (lebt nicht in Russland und hat

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Turniere im Südwesten – Rück- und Vorschau

  Bereits am 8. Juli richtete der SV Stockenhausen-Frommern sein 3. Schnellschachturnier (mit ELO-Auswertung) aus. Obwohl das Turnier mit 100 Teilnehmern ordentlich besucht war, war es in der Spitze nicht so stark besetzt wie in den Vorjahren: https://www.stockenh-frommern.schachvereine.de/Schach/schnellerg18.htm Da bleibt nur übrig dem rührigen Organisator André Dreyer fürs nächste Jahr eine stärkere Besetzung zu wünschen. Verdient hätte er es allemal. Aus Anlass des 40-jährigen Jubiliäums der SF (Heilbronn-) Biberach richtete der Verein vom 26. bis 29. Juli die 1. Internationalen Unterländer Schachtage aus. Dazu wurde eigens eine Turnierseite samt Galerie – alle Bilder sind von dort – eingerichtet: https://www.unterlaender-schachtage.de/ Das

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Vorschau zu Saint Louis Rapid and Blitz

Nachdem zwischendurch in Dortmund, Biel und auch Danzhou auch andere Spieler im Rampenlicht standen, trifft sich nun wieder die Chess Tour in Saint Louis – fast eine Neuauflage von Leuven und Paris, und wieder wird Schnell- und Blitzschach gespielt. Jedenfalls zunächst, danach auch der Sinquefield Cup mit klassischer Bedenkzeit. Aber davor steht vielleicht schon nahezu fest, welche vier von neun sich für das Chess Tour Finale im Dezember in London qualifizieren. Diese neun plus eins spielen ab Samstag in Saint Louis, ich sortiere sie mal alphabetisch: Anand, Aronian, Caruana, Dominguez, Grischuk, Karjakin, Mamedyarov, Nakamura, So, Vachier-Lagrave. “Neun plus eins” bezieht

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Spanische Mannschaftsmeisterschaft

Wieder einmal eine “Vorschau” auf ein Turnier, das bereits begonnen hat: Linares ist als Schachmekka wohl eher etwas älteren Lesern ein Begriff bzw. denen, die sich für “Schachgeschichte” interessieren. Weltklasseturnier im Februar, das war einmal, immerhin ist es nun im August Austragungsort der spanischen Mannschaftsmeisterschaft. Wie in diversen anderen Ländern ist das auch Spielgelegenheit und Einnahmequelle für Ausländer, pro Team und Wettkampf dabei maximal drei – wobei man mehr aufstellen darf, dann muss aber immer eine(r) pausieren. Vereine – acht spielen ein Rundenturnier als Blockveranstaltung – nenne ich, auch wenn sie dem deutschen Publikum nicht unbedingt ein Begriff sind. Bei

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Vorschau zum Abu Dhabi Chess Festival

Wem es in Europa derzeit nicht warm genug ist, der hat als Schachspieler eine Alternative: ab Dienstag ein Open in Abu Dhabi – bei Temperaturen draussen von bis zu 44ºC, der Spielsaal ist dabei vermutlich klimatisiert. Insgesamt 163 Spieler fühlten sich angesprochen – in der A-Gruppe, es gibt auch noch ein B- und ein Juniorenturnier. Darunter 6 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und 90 Inder, die dieses Klima wohl auch gewöhnt sind und ohnehin immer und überall spielen (nicht immer dieselben, aber aus demselben Land). Ich nenne zunächst die ersten 12 der Setzliste: Le Quang Liem, Rapport, Cheparinov, Wang Hao,

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Xtracon Open 2018

Wieder mal kommt eine “Vorschau” erst kurz vor Beginn der ersten Runde eines Turniers. Das Xtracon Open in der Hamlet-Stadt Helsingor (Titelbild Schloss Kronborg) ist auch dieses Jahr recht stark und dabei auch “nostalgisch” besetzt. Neben Großmeistern spielen auch jede Menge Amateure mit, aber ich nenne (zunächst) nur die ersten 15 der Startliste von insgesamt 394: Vitiugov, Andreikin, Saric, Grandelius, Jobava, Shirov, Hammer, Maze, Tari, Andersen, Bosiocic, Sune Berg Hansen, Agdestein, Svane, Timman. Damit habe ich auch den elobesten deutschen Teilnehmer (wobei dänische Quellen Rasmus Svane mal als “100% dänisch” bezeichneten), und einige aus der Rubrik “Nostalgie” – ein weiterer

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12. Leiden Chess Tournaments (13.-22. Juli)

In diesem Jahr gibt es eine bemerkenswerte nationale und internationale Beteiligung von jungen Schach-Talenten im Leidener Chess Tournament. Es gibt viele Spieler, die in diesem Jahrhundert geboren wurden. Von besonderem Interesse ist nicht nur der erst 13- jährige Nihal Sarin (Indien), sondern auch der 17-jährige IM Sergei Lobanov (Russland), der mit seinem persönlichen Trainer (GM Valery Loginov) nach Leiden angereist ist. Aus den Niederlanden der vor kurzem zum IM ernannte Liam Vrolijk (16 Jahre), Lucas van Foreest (17 Jahre) hat offenbar wieder abgesagt. An zwei gesetzt hinter Nihal Sarin ist Großmeister Chanda Sandipan, insgesamt spielen neun Inder mit. Interessant auch die Teilnahme

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Turniertipps

1.) Heute starten im Kurhaus und Kongresszentrum Freudenstadt um 16 Uhr die 4. Offenen Baden-Württembergische Senioren-Einzelmeisterschaften. Das Turnier endet am Samstag den 23. Juni mit den Siegerehrungen gegen 15:30 Uhr. Was ist das Besondere daran? -Erstmals wird mit den „FIDE-Altersgrenzen“ 50+ und 65+ (als Teil dieser Kategorie wird auch der Nestorenmeister 75+ ermittelt) gespielt. -das Turnier wird vom Badischen und Württembergischen Schachverband gemeinsam ausgerichtet – jeder, der weiß, dass es da bei der Eisenbahn früher einen Spurwechsel zwischen beiden Ländern gab, kann ermessen, dass so etwas nicht selbstverständlich ist. -die ersten zehn Bretter werden live übertragen. Die Setzliste mit mehr

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Vorschau zu Leuven (und Paris)

Norway Chess ist gerade erst vorbei, und schon sitzen die meisten Spieler wieder am Brett – wieder sind es insgesamt zehn Schachtage (in Stavanger einschliesslich Blitzturnier und ausschliesslich Stichkampf, der hat ja dann doch nicht stattgefunden) aber im ungewöhnlichen Rhythmus fünf Tage, drei Ruhetage und nochmal fünf Tage. Dazwischen müssen sie schliesslich knapp 350km überbrücken, und insgesamt spielen sie vierundfünfzig Partien – geht natürlich nur mit verkürzter Bedenkzeit! Die Chess Tour enthält immer mehr Schnell- und Blitzschach, dieses Jahr hat auch das London Classic seinen Namen nur bedingt verdient. Da treffen die vier Besten der ersten vier Turniere im KO-Format

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Norway Chess 2018

Ab Sonntag ist die Weltelite unter sich in Stavanger – auch wenn sie durch Verschiebungen in den Elozahlen wieder nicht die komplette live-aktuelle top10 haben. Die Teilnehmer nach Elo sortiert: Carlsen, Caruana, Mamedyarov, Ding Liren, Vachier-Lagrave, Karjakin, So, Nakamura, Aronian, Anand – alphabetisch durcheinander und es passt auch nicht unbedingt zum “gefühlten” bzw. langfristigen Niveau einiger Spieler! Vorstellen muss ich sie wohl nicht, Norway Chess hat (jedenfalls inzwischen) auch eine hohe “Alle Jahre wieder” Komponente. Neu dabei sind Mamedyarov (letztes Jahr zu spät in die top10 vorgestossen, da waren die Stavanger-Einladungen bereits vergeben) und Ding Liren (erst seit kurzem etablierter

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Poikovsky – noch ein Superturnier?

“Superturnier” ist Definitionssache. Norway Chess ist natürlich eines. Wenn man es etwas lockerer definiert, nämlich “ein zwei drei Spieler aus der top10” ist Karpov Poikovsky immer noch keines – und diese Definition ist bereits umstritten: Reggio Emilia 2011/2012 war kein Superturnier, denn Giri hat noch nie ein Superturnier gewonnen. Das haben Experten (darunter auch Großmeister) nun einmal so entschieden – also war Reggio Emilia mit den top10 Spielern Ivanchuk, Morozevich und Nakamura sowie den Jungtalenten Caruana und Giri (plus Vitiugov) kein Superturnier, basta! Wenn man es noch lockerer definiert, mehrere Spieler mit Elo 2700+, dann ist Poikovsky – jedenfalls anno

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Endlich wieder Elite-Schach: Shamkir und St. Louis

Derzeit müssen sich Schachfans mit Elo maximal knapp über 2700 begnügen (Sharjah Masters), alternativ fast gleichzeitig Elo bis 2540 (Damen-EM) – da kann man auch aus deutscher Sicht mitfiebern. Davor morgens eventuell noch ein an der Spitze wieder stärker besetztes Urlaubsopen in Bangkok – für einen ebenfalls deutschen Teilnehmer das (eine und einzige) Turnier des Jahres – sonst spielt er manchmal Bundesliga und redet oft über Schach von anderen. Aber schon demnächst sitzen auch wieder Spieler mit Elo bis 2800+ am Brett, und das gleich im Doppelpack: aus mitteleuropäischer Sicht mittags in Shamkir, und abends in St. Louis. Vorteil oder

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Kandidatenturnier!

Beim vorgestern erschienen Artikel “Der Countdown läuft” dachte ich, daß sich das bereits auf das Kandidatenturnier bezieht, zumal das Logo des “Unser Fritz” Opens – bewusst oder nicht – gewisse Ähnlichkeiten mit AGON-Design hat. Aber nein, das ist ein relativ kleines Turnier Ende Mai/Anfang Juni in Wanne-Eickel, Preisgeld für den Sieger 500€. Ab Samstag geht es in Berlin um mehr Geld und mehr Prestige, wobei die Spieler im Vorfeld auch höhere Kosten hatten – obwohl man es niemand verbieten kann, zur Vorbereitung auf das Turnier im Ruhrgebiet zusammen mit Großmeistern ein Trainingslager auf den Malediven durchzuführen. Was soll ich zum

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Schnell- und Blitzschach in Moskau

Und zwar im Doppelpack: erst ein Blitzturnier für alle, dann drei Tage Schnellschach für zehn, dann nochmals Blitzschach für vierzehn. Das erste Turnier heisst offiziell “Cup of the Group of Companies REGION”. Früher hiess es Aeroflot Blitz, nach wie vor Datum am Tag nach dem Aeroflot Open (dazu natürlich noch ein eigener Abschlussbericht). Das zweite Turnier heisst Tal Memorial. Viele Teilnehmer(innen) des grossen Turniers, 209 sind angemeldet, haben zuvor auch beim Aeroflot Open mitgespielt, aber einige sind offenbar speziell angereist – bzw. spielen anschliessend in kleinerem Kreis. Ich nenne die ersten 13 der Setzliste, alle Blitzelo über 2700, die ersten

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Bundesligawochenende: Spitzenkampf in Aachen

Am 24. und 25. Februar finden die 9. und 10. Runde der Schachbundesliga statt. Alle Augen richten sich auf den Spitzenkampf in Aachen. Hier duellieren sich Baden-Baden und Solingen um die Tabellenspitze. Neben Aachen richten Deizisau, Hockenheim und Mülheim eine Doppelrunde aus. Die OSG Baden-Baden und die SG Solingen liegen nach acht Runden mit einem Verlustpunkt an der Spitze. In der 10. Runde treffen diese Teams im vorentscheidenden Duell um die Meisterschaft in Aachen aufeinander. In diesem Artikel schauten wir auf dieses Match voraus. Bevor es zum Spitzenkampf kommt, müssen beide Mannschaften am Samstag Pflichtaufgaben erfüllen. Baden-Baden tritt gegen Aachen an, während

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10th Batavia Chess Tournament

Das Batavia-Schachturnier – im gleichnamigen Café gegenüber des Amsterdamer Hauptbahnhofs, Kneipenatmosphäre jedenfalls im Vorraum wo Spieler nach den Runden analysieren oder auch blitzen und/oder Bier trinken – wird dieses Jahr zum zehnten Mal ausgetragen. Im Laufe der Jahre wurde es stärker: die ersten beiden Auflagen 2009 und 2010 noch (fast) ohne Grossmeister, damit nur die Möglichkeit für IM-Normen – was der damalige FM Robin van Kampen 2009 schaffte. Seither immer drei Grossmeister und damit sind auch GM-Normen möglich – 2011 beinahe doch nicht, aber Gerald Hertneck sprang kurzfristig für den erkrankten Inder Barua ein. Danach wurde er übrigens Turniersieger –

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Aeroflot-Vorschau

Schach-Deutschland fiebert derzeit dem nächsten Bundesliga-Wochenende entgegen – neutrale (und auch ausländische) Beobachter wohl am ehesten dem Spitzenkampf Baden-Baden – Solingen, andere vielleicht auch dem Match ihres Vereins bzw. eines lokalen oder befreundeten Vereins. Schon Dienstag beginnt dabei in Moskau ein zwar kleines (94 Teilnehmer in der A-Gruppe) aber feines offenes Turnier. Aus deutscher Sicht interessant: der Sieger hat dann im Sommer einen Termin in Dortmund, neben immerhin 18.000 Euro bekommt er auch einen Freiplatz im Superturnier mit – wohl auf jeden Fall wieder Kramnik, Rest derzeit noch nicht bekannt. Solingen und Baden-Baden haben ihren Spielern offenbar die Teilnahme am 

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