Vorschau zum Limburg Open

Wie letztes Jahr, aber eine (halbe) Nummer grösser   Bevor ich es vergesse – soviel los in der Schachwelt, und die Zeit vergeht schnell: Nächstes (langes) Wochenende ist Pfingsten, und damit die nächste Auflage des BPB (Bruls Prefab Beton) Limburg Opens in Maastricht. Im Prinzip dasselbe Format wie letztes Jahr (und einige Jahre davor): sieben Runden nach Schweizer System, und zwar eine Freitag abend und dann jeweils zwei Samstag, Sonntag und Montag. Allerdings etwas grösser, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Für viele Leser zählen wohl Elozahlen und Schachtitel, also beginne ich mit diesen nackten Fakten: Wie letztes Jahr haben sechs

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Vorschau zu Wijk aan Zee

Tata! Alle Jahre wieder im Januar     Tata (Sponsor und Namensgeber Tata Steel) stimmt seit 2011, “in Wijk aan Zee” stimmt seit 1968. Damals hiess das Turnier noch Hoogovens, später einige Jahre Corus (derselbe Sponsor der durch Reorganisationen und Fusionen andere Namen bekam). 1968 habe ich, im zarten Alter von vier Monaten, nicht mitbekommen – aber die ersten vier von damals sind mir durchaus ein Begriff: Kortschnoi 12/15, Portisch, Tal und Hort 9/15. Von den damaligen Teilnehmern ist nur NL-Urgestein GM Hans Ree noch regelmässig in Wijk aan Zee – inzwischen als Journalist, und anno 2015 wird er auch

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London calling

Das/die nächste(n) Topturnier(e)   Das Katar Open ist gerade erst beendet – Donnerstag war die letzte Runde am Persischen Golf bei sommerlichen Temperaturen (und Klimaanlage im Turniersaal). Samstag beginnt das Schnellturnier im herbstlich-kühlen London. Wetter ist übrigens relativ: aktuelle Temperatur in Khanty-Mansiysk ist -26ºC. Giri und Kramnik können vielleicht ganz kurz zu Hause bei der Familie vorbeischauen und eine andere Garderobe einpacken – für einige andere Spieler lohnt es sich nicht (und ist zeitlich sowieso unmöglich), von Doha über Nordamerika nach London zu fliegen. Gemeint ist nicht Nakamura – der verzichtete auf das Katar Open – sondern seine Landsleute Lenderman

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Schach in der Wüste

Sehr stark besetztes Open in Katar   Die WM ist vorbei, aber das bedeutet keineswegs Langeweile oder schachliche Entzugserscheinungen. Bereits morgen sitzen diverse an der WM indirekt beteiligte Spieler wieder am Brett. Rauf und runter in der Setzliste des Katar Opens: Nummer 1 Anish Giri und Nummer 118 Sopiko Guramishvili hatten das WM-Match kommentiert, jede(r) auf seine/ihre Weise. Er war auf Twitter sehr aktiv, sie war vor Ort in Sotschi und – jedenfalls wenn Svidler mal nicht redete – für den offiziellen Livekommentar zuständig. Jetzt sieht Giri seine Freundin wieder live statt nur online – jedenfalls zwischen den Runden, vermutlich

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Wahre Schach–Hochzeiten

In den nächsten vier Wochen gibt es hochkarätige internationale Turniere, aber nur in Abu Dhabi und Peking sind mit Arkadij Naiditsch und Elisabeth Pähtz zwei Deutsche dabei   Es bleibt wohl dabei: Nüchtern mit realistischem Blick betrachtet sind wir Deutschen im Schach, wenn es um Einladungen zu internationale Events, bestenfalls zweitklassig, also eigentlich eher nicht gefragt.   Und wenn die Qualifikation die „Eintrittskarte“ ist , so sind wir bei den attraktiven FIDE-Grand-Prix-Serien der Männer und Frauen leider seit Jahren auch nicht vertreten.   Ein Lichtblick war fraglos zu Jahresbeginn bei der 76. Auflage der traditionellen Veranstaltung in Wijk aan Zee

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Doppelpack in Bilbao

Europacup für Vereinsteams und Masters Final   Wie bereits im Januar auf einer Pressekonferenz in Wijk aan Zee angekündigt, ist Bilbao ab morgen schachliche Hauptstadt Europas – und ein bisschen auch der Schachwelt, da auch Spieler aus anderen Kontinenten an den Brettern sitzen, auf denen man Holzklötze verschiebt. Es gibt gleich zwei Turniere (bzw. drei, wenn man die Veranstaltung für Damen neben den Brettern als eigenes Turnier betrachtet), nämlich: Europacup für Vereinsteams (offene und Damenkategorie) sowie das Masters Final für ausgewählte Spieler, die sich den Stress von Mannschaftskämpfen nicht antun wollen. Ich beginne aber mit der grösseren Veranstaltung, zumal ich

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Vorschau zum Sinquefield Cup

St. Louis und Baden-Baden – Parallelen und Unterschiede   Warnung: Das wird ein etwas anderer Vorbericht – wer der englischen Sprache mächtig ist und eine konventionelle Vorschau haben will, findet diese zum Beispiel hier (Ian Rogers für die US Chess Federation). Tarjei Svensen nannte diesen Bericht exzellent, offenbar enthält er genug Carlsen-Hype.   Nun meine Perspektive: Anlässlich der Unruhen in Ferguson, eine Vorstadt von St. Louis, schrieb Arnon Grunberg in einer niederländischen Zeitungs-“Fussnote”: “2012 besuchte ich einen Schriftsteller in St. Louis. Er war Dozent an der dortigen Universität, wohnte in einem angenehmen Apartment und ass in hervorragenden Restaurants.   Am

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Olympiade in Tromsø

Gleich geht’s los!   “Gleich” bedeutet: heute abend ist (falls es jemand interessiert) die Eröffnungsfeier, und ab morgen wird Schach gespielt. Die Runden beginnen morgen (Samstag 2.8.) um 15:00, dann jeweils um 14:00, und die elfte und letzte Runde ist Dienstag 12.8. ab 11:00. Einiges ist bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt: die definitive Brettreihenfolge müssen die Teams erst heute bis 19:00 verraten, und bei jeder Olympiade weiss man erst zu Beginn der ersten Runde (oder teilweise noch später), wieviele Teams tatsächlich mitmachen und wieviele wegen Visa- oder anderen Problemen doch nicht erscheinen. Letzteres betrifft aber eher nicht die Teams aus

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Vorschau auf Norway Chess

Weltspitze in und um Stavanger   Wer sich ein kleines bisschen in der Schachszene auskennt, weiss, dass Norwegen (in dieser Reihenfolge) einen Weltranglistenersten bekam, ein Superturnier in und um Stavanger [Fotoquelle Turnierseite], einen Weltmeister und nun wieder ein Superturnier. Zwei und vier sind da sicher nicht unabhängig von eins und drei. Dass das Turnier allgemein bekannt ist, liegt zum einen am starken Teilnehmerfeld, aber auch daran dass die Ausrichter kräftig die Reklametrommel rührten. Anderswo (z.B. in Dortmund) wird irgendwann das komplette Teilnehmerfeld bekanntgegeben, Norwegen machte es – vielleicht inspiriert vom London Classic – so: erst mitteilen, wer alles eingeladen wurde,

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Vorschau auf das Gashimov-Memorial

Stelldichein der Weltklasse – einer fehlt und ist doch dabei   Ein paar Wochen war (bis auf die russische Mannschaftsmeisterschaft) Ruhe im Superturnier-Kalender; demnächst trifft sich die Weltelite in Shamkir, einer Kleinstadt (67.200 Einwohner) im Nordwesten von Aserbaidschan. Ein Spieler der gar nicht spielt – aber ohne ihn gäbe es dieses Turnier nicht – steht im Mittelpunkt: Vugar Gashimov (Foto Stefan64 – Wikipedia)   Er ist sicher noch präsenter als Tal beim Tal Memorial, da einige wenn nicht alle Teilnehmer ihn persönlich gut kennen. Bevor ich ihn im Rahmen meiner Möglichkeiten würdige (und dann erst auf die aktiven Teilnehmer eingehe),

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Kandidatenturnier!

Ab Donnerstag in Khanty-Mansiysk   Soweit ich mich erinnere, war die Vorfreude auf das Turnier letztes Jahr in (westlichen) Medien deutlicher spürbar – damals hat ja Magnus Carlsen mitgespielt und am Ende gaaanz knapp gewonnen. Momentan gibt es noch kaum Vorberichte – ich werde das bisschen was ich gefunden habe erwähnen und zum Teil zusammenfassen, danach noch zu einem oder anderthalb Spielern eigene Eindrücke aus Wijk aan Zee. Zunächst ein paar simple Fakten: Die Teilnehmer setze ich eigentlich als bekannt voraus, aber nenne sie noch einmal in objektiver alphabetischer Reihenfolge und wie sie sich qualifiziert haben: Anand (Ex-Weltmeister), Andreikin (Weltcup-Finalist),

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Tata Steel Chess in Wijk aan Zee

Dieses Jahr ist einiges anders   Wijk aan Zee ist traditionell der erste Höhepunkt des Schachjahres, und für mich ein besonderer – es ist meistens das einzige Weltklasseturnier, bei dem ich vor Ort vorbeischauen kann. Dieses Jahr ist einiges anders – allgemein, aus deutscher Sicht und aus Richters Sicht.   Das ist natürlich nicht das Spiellokal (sondern nur das offizielle Turnierlogo) – gespielt wird nach wie vor vor allem in Dorpshuis de Moriaan mitten im Ort, daneben auch anderswo in Wijk aan Zee und (aber ich greife voraus) diesmal auch anderswo in den Niederlanden. Was ist (ausserdem) dieses Jahr anders?

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Sinquefield Cup in St. Louis

Carlsen, Aronian, Nakamura, Kamsky Eigentlich sollte der Untertitel ausreichen, um das Interesse der Leser am Turnier zu wecken. Ich mache doch noch drei Dinge: das Turnier mit einigen anderen Superturnieren vergleichen, einige praktische Infos zu diesem Turnier, und zum Schluss eine bzw. keine Prognose zum Ausgang dieses Turniers.   Turniere mit etwa zur Hälfte einheimischen und ausländischen Teilnehmern gibt es inzwischen einige. Den Anfang machte das London Chess Classic (bzw. schon lange davor auf etwas niedrigerem Niveau Sigeman Chess in Malmö), später folgten Dortmund und Baden-Baden. Da ist jeweils Sinn der Sache, dass einheimische Spieler die (ansonsten seltene) Chance bekommen,

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2:0 für Elisabeth!

Anna oder Hou Yifan – eine wird gewinnen! – Noch ein paar Gedanken zum Duell um die Schachkrone im chinesischen Taizhou   Schlagzeilen führen mitunter ein Eigenleben, und so gesehen sollte „2:0 für Elisabeth!“ Sie in jedem Fall auf den nun folgenden Beitrag aufmerksam machen. Es ist nämlich soweit: Ab Dienstag [10. September] wird es für zwei Frauen ernst, die im chinesischen Taizhou in einem Match über zehn Partien – das ist die „reguläre Spielzeit“ – um die Schachkrone kämpfen. Anna Uschenina oder Hou Yifan lautet die alles entscheidende Frage – einer wird in jedem Fall gewinnen! Wir haben Sie

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