Aronian Weltcup-Sieger

Das Weltcup-Finale hatte ich zunächst nur nebenbei verfolgt, dafür gab es diverse Gründe: Die wichtigste Entscheidung – wer qualifiziert sich für das Kandidatenturnier? – war bereits gefallen; im Finale ging es nur noch um (immerhin fünfstelliges) zusätzliches Preisgeld, Pokal und ewigen Ruhm. Ausserdem spielte ich Samstag selbst Schach – zusammen mit GMs und IMs, wobei niemand Elo über 2600 hatte. Ausserdem passierte beim Isle of Man Open bereits einiges, vorläufig nur einige Stichworte: Kramnik disqualifiziert sich wohl für das Kandidatenturnier (es sei denn er bekommt die Wildcard), Nikolas Lubbe und Jonas Lampert wurden international bekannt(er), Tena Frank und Claus Seyfried

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Aronian und Ding Liren im Weltcupfinale

Damit sind beide auch bereits für das Kandidatenturnier qualifiziert, und ihre Halbfinalgegner noch nicht. Aronian musste in diesem Sinne das Weltcup-Halbfinale gewinnen. Ding Liren hatte noch Chancen in der Grand Prix Serie, So kann sich nach Elo qualifizieren und Vachier-Lagrave über die Grand Prix Serie. Insofern hat im Match Aronian-MVL, das im Tiebreak hart umkämpft war und keinen Verlierer verdiente, vielleicht “der richtige Spieler” gewonnen. Im Halbfinale spielten die vier Spieler insgesamt fünfzehn Partien – bzw. wenn man die abzieht, die quasi nicht stattfanden, immer noch zwölf. Irgendwie beteiligt waren noch vier andere: Peter Svidler (dessen Einfluss mit zunehmender Matchdauer

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Auch Vachier-Lagrave im Weltcup-Halbfinale

Da ich nur noch ein Match mit letztendlich vier Partien besprechen muss, ist auch noch Platz für Rückblick (auf vorangegangene Weltcups) und Ausblick. Um mit etwas Rückblick zu beginnen: erstmals seit 2007 sind vier verschiedene Länder im Weltcup-Halbfinale vertreten, ebenfalls erstmals seit 2007 ist kein Russe darunter (2009 war Malakhov im Halbfinale, und neben Ponomariov auch Karjakin Ukrainer). 2011 (Svidler-Grischuk), 2013 (Kramnik-Andreikin) und 2015 (Karjakin-Svidler) war gar das Finale eine rein russische Angelegenheit. Diesmal ist bereits im Halbfinale selbst “die Sowjetunion” nur noch durch Aronian vertreten – am nächsten dran war da 2007 (nur der Ukrainer Karjakin, allerdings mit Shirov

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Favoritensiege im Weltcup-Viertelfinale

Der Bericht zum Weltcup-Viertelfinale ist zweigeteilt: ein Match ist noch nicht entschieden, das bekommt morgen einen eigenen Artikel. Mittlerweile ist es recht übersichtlich: insgesamt acht Partien mit klassischer Bedenkzeit – bis zu sieben (einschliesslich Armageddon) Schnell- und Blitzpartien können morgen noch dazu kommen. Von den acht bisher gespielten Partien haben zwei quasi nicht stattgefunden, zwei behandle ich im anderen Bericht, bleiben noch drei übrig. Am ersten Tag sorgten nämlich vier Spieler für Halbfinal-Atmosphäre, indem sie schnell remisierten. Die dritte Partie war auch schnell vorbei, endete allerdings nicht remis. Damit war dann Svidler – Vachier-Lagrave “optisch” ein Finale, soviel sei bereits

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Qualität im Weltcup-Achtelfinale

Qualität war in den Partien durchaus vorhanden, wobei Gelfand – und der hat Ahnung vom Schach – sagte, dass bereits in Runde 3 “eine der besten Partien, die ich jemals gesehen habe” gespielt wurde. Der Titel spielt auf etwas anderes an: Mitentscheidend über Sieg oder Niederlage war in mehreren Matches, ob ein Spieler eine Mehrqualität verwerten konnte oder nicht. Allwissende Tablebases schaffen das immer, sofern die Stellung bei maximal sechs Klötzen objektiv gewonnen ist – wenn das so ist, dann sind auch Reporter und andere Kibitze allwissend. Spieler sind dagegen Menschen und schaffen es auch dann nicht immer, und wenn

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Weltcup-Turbulenzen

Ein Match, in dem nur ein einziger Zug gespielt wurde, dominierte anderswo die Berichterstattung zu Runde 3 beim Weltcup – jedenfalls was den ersten Tag betrifft. In diesem Bericht konzentriere ich mich auf das schachliche Geschehen, hier nur soviel: dass eines von sechzehn Matches so kurz (auf Englisch “short”) war lag an kurzen Hosen, auch auf Deutsch mitunter Shorts – näheres in einem separaten Artikel später. Das Titelbild bekommt ein Spieler, der schaffte was in der Weltcup-Geschichte seit 2005 zuvor nur Ivan Cheparinov, Liviu-Dieter Nisipeanu, Judit Polgar, Evgeny Tomashevsky und Peter Svidler schafften: Sieg gegen die Nummer eins der Setzliste.

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Weltcup nach zwei Runden

So voll wie auf dem Titelfoto aus Runde 1 ist es im Turniersaal in Tiflis nicht mehr: 96 von 128 Teilnehmern sind bereits ausgeschieden – erwartungsgemäss die vier deutschen Vertreter, andererseits auch einige die sicher mehr als zwei Runden überstehen wollten. Überraschungen gehören im KO-Format dazu, und Elounterschiede von 100 oder auch 150 Punkten sind nicht unbedingt “absolut”. Auf alle 96 Matches mit jeweils mindestens zwei, oft auch mehr Partien kann ich unmöglich eingehen. Erwähnen werde ich vor allem einige besonders dramatische Duelle, die Überraschungen sowie auch (noch geht es) Weltcup aus deutscher Sicht. Generell wurden viele Matches erst in

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Weltcup-Vorschau

Ab Sonntag sitzen in Tiflis 128 Spieler an den Brettern. Ab Mittwoch sind es noch 64, und auch im weiteren Turnierverlauf kann alle zwei bis drei Tage die Hälfte des verbleibenden Teilnehmerfelds abreisen – oder vor Ort bleiben um andere zu unterstützen. So ist es im KO-System – zwei Tage, wenn man nach zwei Partien mit klassischer Bedenkzeit ausscheidet, drei Tage wenn man den Stichkampf erreicht und dann nach Schnellschach, Blitzschach oder Armageddon das Nachsehen hat. Für viele ist es wohl der Höhepunkt des Schachjahres, egal welche Ziele, Ambitionen oder Hoffnungen sie haben. So äusserte sich z.B., jedenfalls sinngemäss, Benjamin

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Ein Match für die Geschichtsbücher

Lesenswerte Reportage in ZEIT-ONLINE – Von ILJA SCHNEIDER   Es war zum Davonlaufen, zum Schreien, zum Verzweifeln. Man hätte Gläser kaputthauen, Türen eintreten können. Peter Svidler hatte in der neunten Partie des denkwürdigen World-Cup-Finals in Baku in total gewonnener Stellung einen Turm eingestellt, so wie es bei uns Mittwochabend manchmal in der Kneipe nach ein paar Schwarzbier zu viel passiert. Karjakin nahm den Turm weg, er verschlang ihn geradezu. Svidler fiel in sich zusammen, versank in seinem Sessel, erstarrte. Nach einigen quälenden Sekunden streckte er zum fünften Mal seine Hand zur Aufgabe, nachdem er zuvor im gesamten Weltcup noch keine einzige

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Svidler, nein Karjakin, doch Svidler, am Ende Karjakin

0-1 0-1 1-0 1-0 1-0 0-1 0-1 1-0 1-0 1-0 (aus Sicht des Siegers)   Es war ein verrücktes Weltcup-Finale: Samstag hatte ich Zeit eingeplant, um den Abschlussbericht zu schreiben – daraus wurde nichts. Sonntag hatte ich Zeit eingeplant – daraus wurde nichts. Heute habe ich “eigentlich” keine Zeit und muss improvisieren, d.h. andere Termine absagen, na gut … .   Angesichts der ziemlich remislichen bisherigen Bilanz der beiden Protagonisten mit klassischer Bedenkzeit (vor dem Finale +5=20-2 für Karjakin) war es keine Überraschung, dass das Weltcup-Finale erst im Tiebreak entschieden wurde. Andererseits doch – beide haben das Remis spielen völlig

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In Baku nichts Neues

Zwei Russen im Weltcup-Finale – Svidler souverän, Karjakin mühsam   Zwei Russen im Weltcup-Finale, gab es das bereits? Ja, 2011 (Svidler und Grischuk) sowie 2013 (Kramnik und Andreikin). Das ist auch anderen aufgefallen – wie im Bericht von chess24 erwähnt, meinen “Kollegen” Jaideep Unudurti und Stefan Löffler sowie Ian Nepomniachtchi. Mal eben etwas twitschern, äh ich meine tweeten, geht nun einmal schneller als einen kompletten Artikel zu schreiben. Das zeigt auch, dass Russland in der Breite nach wie vor eine führende Schachnation ist – wenn Mannschaftskämpfe an acht oder zehn Brettern ausgetragen würden, wäre Russland bei Olympiaden oder Europa-Meisterschaften immer

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Weltcup – Viertelfinale

Elozahlen sind Hausnummern? Inzwischen ist das Material so überschaubar, dass ich mich auf einen Bericht beschränken kann. Zunächst fasse ich Runde 5 ganz kurz zusammen (später natürlich noch ausführlicher nebst Drumherum): Eljanov – Nakamura 1,5-0,5: Eljanov hat besser gespielt (sagte hinterher auch Nakamura). Giri – Vachier-Lagrave 1,5-0,5: Giri überraschte MVL zweimal in der Eröffnung. Svidler – Wei Yi 3,5-2,5: Svidler stand in fast allen Partien besser, aber es wurde immer remis. In der zweiten Semi-Blitzpartie stand er schlechter … und gewann. Karjakin – Mamedyarov 4-2: Insgesamt das ausgeglichenste Match, Karjakin gewann in der zweiten Verlängerung.   Was sich hinter dem

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Weltcup Runde 4 – Tiebreaks

Heute machten die Spieler es kurz und knapp   Um mit den nackten Fakten zu beginnen: Nun konnten auch Wei Yi, Giri, Eljanov und Karjakin sich für das Viertelfinale qualifizieren – in Tiebreaks die, jedenfalls vom Ergebnis her, generell nicht allzu dramatisch verliefen. Ausnahme war das China-Duell Wei Yi – Ding Liren das schon zuvor (in den Partien mit klassischer Bedenkzeit) aufregend war. Überall wählten die Spieler eher ruhige Eröffnungen – heute kein Sizilianisch oder Grünfeld oder gar Königsindisch oder Benoni, sondern Spanisch, Englisch, Slawisch, Damenindisch. Aber auch dann haben Partien mitunter Sieger und Verlierer.   Das Titelbild (Fotoquelle wie

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Weltcup Runde 4 Teil I

Favoriten scheiden aus … aber Aussenseiter gibt es zu diesem Zeitpunkt keine mehr. So sieht es jedenfalls zum Beispiel (der in Runde 3 ausgeschiedene) Vladimir Kramnik, und da widerspreche ich nicht. Vor Runde 4 twitterte ein gewisser Garry Kasparov, dass 6 von 8 teilnehmenden Teilnehmern des Sinquefield Cups noch im Rennen sind – Carlsen und Anand verzichteten auf den Weltcup, Aronian und Grischuk sind ausgeschieden. Das heisst aber auch, dass 10 der letzten 16 bei der Chess Tour nicht dabei sind. Nun könnte die Chess Tour rein mathematisch maximal 50% erzielen, aber nun würde sich zeigen ob sie wirklich meilenweit

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Weltcup Runde 3 – Tiebreaks

Eher Kurz und Knapp   Es gibt zwei Gründe für “Kurz und Knapp”: Erstens war ich während der Runde anderweitig beschäftigt und musste das Geschehen (insgesamt 25 Partien) hinterher rekonstruieren. Zweitens – so jedenfalls mein Eindruck beim Durchklicken der Partien: Es gab Quantität, es gab teilweise Spektakel, aber Qualität litt darunter. Oft wurden Partien durch grobe Fehler entschieden, mitunter gewann der Spieler der zuvor auf Verlust stand – es ging drunter und drüber und ist aus schachlichem oder schach-ästhetischem Aspekt kaum zusammenzufassen. Natürlich ist es für mich einfach und den Spielern gegenüber unfair, Schnell- und Blitzpartien mit Computerhilfe zu begutachten.

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Weltcup Runde 3 Teil 1

Wer ist weiter, wer muss nachsitzen?   Immer noch fehlt mir Zeit und Platz, um alle Matches zu besprechen und alle Ergebnisse zu nennen – die findet der Leser anderswo im Internet, zum Beispiel recht übersichtlich auf Wikipedia. Da die Duelle langsam hochkarätiger werden, ist der Bericht zu Runde 3 zweigeteilt, und Teil I veröffentliche ich schon heute aktuell. Das Titelfoto (Quelle für alle Fotos Turnierseite, diesmal auch aus der Rubrik “Pressekonferenzen”) bekommt heute Sergey Karjakin. Sein Bart überzeugt mich immer noch nicht, sein Auftritt in Runde 2 war eher durchwachsen, aber in Runde 3 spielte er für mich am

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Weltcup Runde 2

Buchstabenspiele, Zahlenspiele und Favoritenstürze Noch 32 Spieler sind im Rennen – da könnte es sein, dass alle Buchstaben des Alphabets etwa gleichmässig vertreten sind. Das ist aber eher nicht der Fall. Es bietet sich an, mit A anzufangen, und da haben wir bereits drei Namen im Angebot: Andreikin, Areshchenko und Adams – in dieser Reihenfolge haben sie sich für die dritte Runde qualifiziert. Andreikin erwartungsgemäss und relativ problemlos, Areshchenko überraschend, Adams erwartungsgemäss aber erst (da haben wir schon wieder ein A) im Armaggedon. Das Titelfoto (alle Fotos wieder von der Turnierseite) bekommt Alexander Areshchenko, nicht nur wegen des doppelten A

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Erste Runde beim Weltcup

Wer ist Cristobal Henriquez Villagra? Bisher wurden beim Weltcup in Baku 201 Partien gespielt. Das ist viel mehr als ich besprechen kann, und auch mehr als 2*64=128, was das Minimum gewesen wäre. Aber einige Teilnehmer mussten in Tiebreaks nachsitzen, darunter auch einige der Favoriten (definiere ich hier mal als die ersten 20 der Setzlise). Die meisten aus diesem Kreis konnten sich für die nächste Runde qualifizieren – nicht alle souverän, in zwei Fällen mit Blitz aber eher ohne Donner. Aber einer wurde nach dem Nachsitzen auch noch von der Schule verwiesen – dabei hat er den Spitznamen “Professor”, und sein

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Weltcup-Vorschau

128 reisen nach Baku, einer wird gewinnen, zwei sind im Kandidatenturnier Nach zwei etwas verspäteten Beiträgen kommt dieser recht früh: “Anstoss” in Baku ist erst am 11. September (bzw. tags zuvor “Technical Meeting” und Eröffnungszeremonie). Aber im Laufe der Woche habe ich voraussichtlich wenig Zeit, und nach menschlichem Ermessen gibt es zwischenzeitlich auch keine neuen Fakten. Worum geht es beim Weltcup? Zum Teil habe ich es im Untertitel bereits erwähnt: die beiden Finalisten qualifizieren sich für das Kandidatenturnier, der Sieger bekommt darüber hinaus noch mehr Preisgeld und mehr ewigen Ruhm. Gespielt wird im KO-Modus: zwei Partien mit klassischer Bedenkzeit (vier

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Schach-Weltpokal verspricht nächstes grandioses Sportevent in Aserbaidschan zu werden

Baku, 31. Juli, AZERTAC   Nach den ersten Europaspielen verspricht der Schach-Weltpokal das nächste grandiose Sportevent in Aserbaidschan zu werden.   Wie AZERTAC mitteilt, wird der Schach-Weltpokal 2015 vom 10. September bis zum 4. Oktober des laufenden Jahres im Hotel „Fairmont Baku“ stattfinden. 128 Schachspieler werden um Trophäen und Preisgelder kämpfen und vor allem um den Einzug ins Turnier der Herausforderer, das im K.-o.-System ausgetragen wird. Es geht für die Finalisten des Schach-Weltpokals 2015 auch um die Qualifikation für das Kandidatenturnier 2016.   Das Organisationskomitee der „FIDE“ hat die offizielle Webseite des Wettbewerbes „Schach-Weltpokal 2015“ bereits freigeschaltet: https://www.bakuworldcup2015.com/en.   Die

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